Das Konzept

Konzept der Firmvorbereitung

in den katholischen Kirchengemeinden Emmerichs

 

1)    Grundlage

2)    Firmalter

3)    Zielsetzung

4)    Aufbau der Firmvorbereitung

a)     Info-Abende

b)     „Angebots-Katalog“

c)      „Firm-Pass“

d)     Anmeldegespräch

e)     Übungstermin

f)       Feier der Versöhnung

5)    Eltern und Paten

 

 

1) Grundlage

Die Verantwortung für die Firmvorbereitung liegt primär in der Hand der Jugendlichen. Analog zum Tauf-, Ehe- oder Krankensakrament – die auch ohne katechetische Unterweisung gespendet werden – wird so der Geschenk-Charakter des Sakramentes deutlich: Gott schenkt uns im Sakrament seine Zuwendung; dafür müssen wir im Vorfeld nichts leisten und kein Wissen anhäufen. Die Vorbereitung erfolgt überwiegend im Bereich der erlebbaren Glaubens-Erfahrung. „Katechetische Unterweisungen“ spielen daher eine untergeordnete Rolle bzw. haben Angebotscharakter.

 

2) Firmalter

     Um das „Ja“ Gottes, das er uns schenkt, in angemessener Weise erwidern zu können, bedarf es einer gewissen persönlichen Reife. Daher ist es sinnvoll, die Firmvorbereitung in einem Alter anzusetzen, in dem die Jugendlichen sich selber, ihren Glauben und ihre Lebensgestaltung zumindest in weiten Ansätzen reflektieren können. Gleichzeitig wäre es ungünstig, die Firmvorbereitung in einer Lebensphase durchzuführen, die von entscheidenden schulischen (Abitur) oder beruflichen (Ausbildungsbeginn) Belangen geprägt ist. Aus diesem Grund wird die Firmvorbereitung in Emmerich für 15jährige Jugendliche angeboten. Konkret werden alle katholischen Jugendlichen angeschrieben, die in der Zeit vom 1. Juli eines Jahres bis zum 30. Juni des Folgejahres 15 Jahre alt werden.

 

3) Zielsetzung

Die Jugendlichen sollen im Rahmen der Firmvorbereitung die Möglichkeit bekommen, Glaubenserfahrung anfanghaft zu machen oder zu vertiefen. In der Firmvorbereitung soll es darum gehen, Geschmack zu bekommen am Glauben an Gott, denn dieser Glaube ist etwas Wertvolles. Es ist der Glaube an einen Gott, der uns nicht nur den Himmel verspricht, sondern schon hier auf der Erde seine heilende Nähe spüren lässt. Die Jugendlichen sollen diese Nähe erfahren und ein Gespür dafür entwickeln, dass Gott in ihrem Leben eine Rolle spielt.

Zudem soll die Firmvorbereitung den Jugendlichen die Möglichkeit eröffnen, Grundlagen des christlich-katholischen Glaubens kennen zu lernen und sich entsprechendes Grundwissen anzueignen.

 


Im Einzelnen heißt das:

-       Die Jugendlichen sollen sich im Rahmen der Firmvorbereitung zu Gott und der Kirche positionieren können. Die Firmvorbereitung soll ihnen helfen, einen eigenen Standpunkt zu entwickeln.

-       Die Firmvorbereitung soll die Artikulationsfähigkeit der Jugendlichen in Lebens- und Glaubensfragen stärken bzw. ausbilden. Die Firmvorbereitung muss daher in der „Sprache der Jugendlichen“ stattfinden und gleichzeitig die „Sprache der Kirche“ sprechen.

-       Die Jugendlichen sollen in der Firmvorbereitung den sozialen Charakter des Glaubens kennen lernen und selber ausprobieren.

-       In der Firmvorbereitung soll die Freude an liturgischen Feiern erfahrbar werden. Dazu gehört auch, die Verschiedenheit der Gottesdienstformen kennen zu lernen.

-       Die Jugendlichen sollen in der Firmvorbereitung die befreiende Kraft der Versöhnung Gottes erleben.

-       Die Jugendlichen sollen im Rahmen der Firmvorbereitung die Möglichkeit erhalten, den Ablauf und die verschiedenen Elemente der Messfeier kennen zu lernen und nachvollziehen zu können und in besonderer Weise das Eucharistieverständnis der katholischen Kirche verstehen zu lernen.

-       Die Jugendlichen sollen die Wesensmerkmale des Firmsakramentes kennen lernen (Zeichenhandlungen bei der Sakramentenspendung, Geistesgaben…)

-       Die Jugendlichen sollen die doppelte soziale Bedeutung des Glaubens erleben: Glauben als gemeinschaftsbildende Kraft und Glauben als Antrieb zum Dienst am Nächsten.

 

Um diese Ziele erreichen zu können, sind folgende Aspekte unverzichtbar:

-       Die Entscheidung, an der Firmvorbereitung teilzunehmen, liegt allein bei den Jugendlichen. Sie müssen die Firmvorbereitung freiwillig durchführen und sich schließlich auch freiwillig zur Firmung anmelden.

-       Die Jugendlichen müssen eigenverantwortlich die Firmvorbereitung gestalten. Sämtliche Kontakte (Anschreiben etc.) laufen über die Jugendlichen selber und nicht über die Eltern.

-       Die Freiwilligkeit bei der Anmeldung bedingt eine Verbindlichkeit bei der Teilnahme. Nur wer in geeigneter Weise (s.u. Punkt 4b) an der Firmvorbereitung teilnimmt, kann sich im Anschluss auch zum Empfang des Sakramentes anmelden.

-       Innerhalb der Firmvorbereitung muss eine vertrauensvolle Atmosphäre herrschen. Die Jugendlichen sind als Subjekte der Firmvorbereitung in ihrer Individualität ernst zu nehmen. Auf die Ansichten und Wünsche der Jugendlichen soll in der Firmvorbereitung soweit wie möglich eingegangen werden.

-       Die Inhalte der Firmvorbereitung müssen so offen gestaltet sein, dass die Fragen, Wünsche und Anregungen der Jugendlichen immer einbezogen werden können.

-       Die Inhalte und die Methoden der Firmvorbereitung müssen sich an der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen orientieren.

 

4) Aufbau der Firmvorbereitung

Die Firmvorbereitung nimmt darauf Rücksicht, dass in der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen die Schule einen breiten Raum einnimmt und sie zudem vielfach durch sportlich-musisch-soziale Aktivitäten gefüllt ist. Gleichzeitig trägt sie der Tatsache Rechnung, dass die Glaubensausprägung der Jugendlichen sehr unterschiedlich ist und somit auch das Interesse, sich mit Fragen des Glaubens auseinanderzusetzen.

Manche Jugendlichen sind durchaus bereit, sich im Rahmen der Firmvorbereitung mit ihrem Glauben beschäftigen, können oder wollen aber nicht zu viel Zeit und Energie darauf verwenden. Anderen ist es ein größeres Anliegen, in das sie entsprechend mehr Einsatz investieren wollen. Die Firmvorbereitung in Emmerich versucht, dem gerecht zu werden.

Der Aufbau der Firmvorbereitung sieht so aus:

a) Info-Abende kurz nach den Sommerferien

  Dabei wird Grundlegendes zum Firmsakrament und zur Firmvorbereitung erläutert und der „Angebots-Katalog“ (s.u.) vorgestellt. Zudem bekommen alle Jugendlichen, die die Firmvorbereitung absolvieren wollen, ein „Logbuch“ (s.u.)

b) „Angebots-Katalog“

   Von den Info-Abenden an bis ca. 4 Wochen vor dem Firmtermin gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Angebote. Zum Teil sind das bereits bestehende Aktionen, die auch anderen Jugendlichen/Gemeindemitgliedern offen stehen (z.B. Kevelaer-Wallfahrt, veni!-Jugendmessen, Gemeindewochenende…); zum Teil sind es speziell für Firmlinge bzw. interessierte Jugendliche gestaltete Aktionen (z.B. Intensiv-Kurs Gemen, Aktionsnachmittage, Projekte…)

   Die Angebote sind in drei Kategorien aufgeteilt, die sich an den Grundvollzügen der Kirche orientieren: Liturgie, Diakonie und Koinonia. Aus jeder der drei Kategorien kann sich jeder Jugendliche das auswählen, was auf sein Interesse stößt. Dabei muss er/sie ein jeweils bestimmtes Maß an „Punkten“ erreichen.

Der Angebots-Katalog umfasst u.a. folgende Aktionen:

Liturgia:Teilnahme an der Kevelaer-Wallfahrt, Teilnahme an veni!-Messen, Teilnahme an regelmäßig stattfindenden Gemeindemessen an Wochenenden und Werktagen, Teilnahme am Aussendungsgottesdienst des „Friedenslicht aus Bethlehem“ am Dienstag, 13.12.11 um 19 Uhr im Xantener Dom und Vorstellen der Friedenslicht-Aktion in einer der Gemeindemessen am 4. Advent, Teilnahme an den Festgottesdiensten an Weihnachten bzw. den Kar- und Ostertagen

Diakonia: Mitarbeit bei Essen-auf-Rädern, beim Mittagstisch oder in Altenheimen

Koinonia: adventliches Besinnungswochenende für Jugendliche im Kloster Gerleve, Mitgliedschaft bei Messdienern, Pfadfindern, Kolpingjugend, Fahrt für Firmlinge zur Jugendburg Gemen, 3 thematische Workshop-Tage, Exerzitien im Alltag

  Die Teilnahme an den Aktionen lassen sich die Jugendlichen im „Logbuch“ bescheinigen.

c) „Logbuch“

  Die Jugendlichen erhalten ein „Logbuch zur Firmvorbereitung“, in dem Grundlagen-Informationen zum Firmsakrament und zum Glauben allgemein sowie einige Grundgebete stehen. Außerdem sind darin alle angebotenen Aktionen sowie alle übrigen wichtigen Termine enthalten. Das Logbuch dient den Jugendlichen als Nachweis über die Teilnahme an den entsprechenden Aktionen. Der Nachweis erfolgt per Aufkleber durch eine für die Aktion verantwortliche Person.

  Zusätzlich erhalten die Jugendlichen während der Firmvorbereitung weitere Blätter mit Impuls-Texten, Bildern, Informationen etc., die in das „Logbuch“ eingeheftet werden können.

d) Anmeldegespräche vor der Firmung

  Kurz vor der Firmung kommen die Jugendlichen zu einem persönlichen 4-Augen-Gespräch zu einem der beteiligten Seelsorger. Dabei legen sie ihr „Logbuch“ vor und zeigen so, dass sie im erforderlichen Umfang an den Aktionen teilgenommen haben. Im Gespräch werden die Erfahrungen, offenen Fragen, Vertiefungswünsche… der Jugendlichen thematisiert, die aus den Angeboten resultieren. Am Ende des Gesprächs erfolgt die offizielle Firmanmeldung.


e) ausführlicher Übungstermin

  Unmittelbar vor der Firmung wird mit den angemeldeten Jugendlichen der Firmgottesdienst besprochen. Darin enthalten ist eine ausgiebige Erläuterung des Firmrituals („Zeichenhandlungen der Firmung“). Die Teilnahme an dem Übungstermin ist verpflichtend.

f) Feier der Versöhnung

  Am Sonntag vor der Firmung findet der Nachmittag zur Feier der Versöhnung statt. Zu Beginn werden die Jugendlichen in die Thematik des Scheiterns und der Schuld eingeführt und zu einer persönlichen Beschäftigung damit eingeladen. Im anschließenden Gottesdienst bekommen die Jugendlichen dann die Möglichkeit, ihre Fehler und Versäumnisse vor Gott zu bringen und die Kraft der Versöhnung zu erfahren. Innerhalb der Feier besteht das Angebot der Beichte, zu der in besonderer Weise eingeladen wird. Die Teilnahme an der Feier der Versöhnung ist verpflichtend.

5)        Eltern und Paten

Auch wenn die Eigenverantwortlichkeit der Jugendlichen ein wichtiges Prinzip in der Firmvorbereitung ist, spielen die Eltern doch eine wichtige Rolle. Daher werden sie zu Beginn gleichzeitig mit den Jugendlichen mit einem gesonderten Brief angeschrieben und über die Firmvorbereitung informiert. Die Jugendlichen sollen sich zwar selber für oder gegen die Firmvorbereitung entscheiden, es ist aber unbedingt wünschenswert, dass dies im Gespräch mit den Eltern geschieht.

Im Verlauf der Firmvorbereitung werden die Eltern über besondere Dinge informiert. Zudem sind alle Eltern eingeladen, ihre Kinder auf dem Glaubensweg zu begleiten und sich selber ansprechen zu lassen. Dazu werden spezielle Elternabende angeboten. Die Teilnahme an diesen Abenden ist freiwillig!

Zur Feier der Firmspendung müssen die Firmlinge einen Paten/eine Patin benennen. Es ist sinnvoll, möglichst früh diese Person zu finden, damit sie den Weg der Firmvorbereitung mit vollziehen und begleiten kann. Im Laufe der Firmvorbereitung werden die Paten zu einem speziellen „Patenabend“ eingeladen, an dem sie über die Besonderheiten des Patenamtes informiert werden. Die Teilnahme an diesem Abend ist freiwillig.

Firmpaten müssen Mitglied der katholischen Kirche, mindestens 16 Jahre alt und selber gefirmt sein. Es müssen nicht die Taufpaten sein.

zum Seitenanfang